
Viele Menschen verbinden Selbstfürsorge mit dem, was nach der Arbeit passiert. Ein freier Abend, ein Spaziergang oder ein Wochenende ohne Termine. Im Arbeitsalltag selbst bleibt dafür oft kein Raum oder man traut sich nicht, das Thema anzusprechen.
Dabei entscheidet sich genau dort, wie belastbar du durch den Tag kommst. Selbstfürsorge im Arbeitsalltag ist kein zusätzliches „To-do“, sondern eher die Art, wie du mit dir selbst umgehst, während (oder bis) alles läuft.
Selbstfürsorge im Arbeitsalltag zeigt sich im Kleinen
Im Berufsalltag braucht es selten die großen Veränderungen. Es sind kleine Dinge, die viel ausmachen können:
- kurz innehalten, bevor du die nächste Aufgabe annimmst
- merken, wann dein Kopf voll wird
- dir erlauben, eine Pause wirklich zu machen, statt sie nur zu planen
- eine Aufgabe verschieben, wenn gerade keine Kapazität da ist
- sagen, wenn etwas gerade zu viel wird
- deinen Arbeitsstil an deine Energie anpassen
Das wirkt banal, verändert aber oft den gesamten Tagesverlauf. Denn du bestimmst dann über deine Kraft und das, was du tust – nicht andere.
Typische Alltagssituationen und was du konkret tun kannst
Wenn alles gleichzeitig kommt
Viele reagieren mit „Augen zu und durch“. Hilfreicher ist ein kurzer Stopp von ein bis zwei Minuten.
- Schreib dir alle Aufgaben, die noch anstehen, kurz auf
- Markiere das, was wirklich heute erledigt werden muss
- Entscheide dich bewusst gegen Multitasking, denn das kostet sehr viel Energie und bringt oft wenig
- Mach Pausen, wenn du müde wirst, dann bleibst du auch produktiver
So reduzierst du Druck, auch wenn sich außen nichts verändert.
Wenn du merkst, dass du über deine Grenze gehst
Oft zeigt sich durch innere Unruhe, Gereiztheit oder das Gefühl, nicht mehr klar denken zu können, dass du dich überfordert hast.
Wenn du das merkst, dann:
- Steh kurz auf und bewege dich, auch nur 2–3 Minuten
- Trink etwas und wechsel den Raum
- Verschiebe eine Aufgabe aktiv („Ich mache das nach der nächsten Pause weiter“)
Es geht nicht darum, sofort alles zu stoppen, sondern die Geschwindigkeit die du dir selbst vorgibst, zu reduzieren.
Wenn Pausen im Alltag untergehen
Viele Pausen passieren nicht, weil sie nicht im Plan stehen. Wie kannst du es besser machen?
- Stell dir eine feste Erinnerung im Kalender
- Nutze Pausen ohne Bildschirm
- Geh einmal kurz nach draußen, auch wenn es nur ums Gebäude ist
- Vielleicht baruchst du auch Energie – gehe kurz in dich, ob du genug gegessen uns getrunken hast
Wichtig ist nicht die Länge der Pause, sondern dass du wirklich raus aus dem Arbeitsmodus kommst.
Wenn du Schwierigkeiten hast, Nein zu sagen
Grenzen setzen fühlt sich im Arbeitskontext oft unangenehm an, ist aber ein zentraler Teil von Selbstfürsorge.
- Antworte nicht sofort auf Mails oder Chats, sondern nimm dir Zeit
- Sag klar, wann etwas realistisch möglich ist
- Nutze einfache Sätze wie „Das schaffe ich heute nicht mehr“ oder „Ich kann das morgen übernehmen“
- Vermeide Rechtfertigung
Je klarer du bist, desto besser kannst du der Überlastung im Job vorbeugen.
Was sich verändert, wenn Selbstfürsorge im Alltag Platz bekommt
Menschen, die regelmäßig auf ihre eigenen Signale achten, merken oft:
- Sie reagieren früher auf Überlastung und können gegensteuern
- Sie arbeiten konzentrierter, weil weniger innerer Druck entsteht
- Sie erholen sich schneller nach intensiven Phasen
- Sie bleiben länger belastbar in anspruchsvollen Situationen
- Sie können ihren Stress im Arbeitsalltag reduzieren
Das passiert nicht über Nacht, sondern durch kleine, wiederholte Entscheidungen im Alltag.
Welche Rolle Unternehmen dabei spielen
Selbstfürsorge funktioniert nicht im luftleeren Raum. Wenn Arbeitsbedingungen dauerhaft Druck erzeugen, wird es schwer, gut für sich zu sorgen. Hier kommt die Haltung, die das Unternehmen gegenüber seinen Mitarbeitenden hat, ins Spiel.
Unterstützend wirken:
- Eine Führungskraft, die Pausen nicht kommentiert, sondern akzeptiert
- Realistische Arbeitsmengen
- Räume, in denen Belastung angesprochen werden darf
- Die Möglichkeit, Arbeit an unterschiedliche Arbeitsstile anzupassen
- Klare Prioritäten statt Dauer-Dringlichkeit
Fazit
Selbstfürsorge im Arbeitsalltag bedeutet nicht, weniger zu leisten. Im Gegenteil – sie bedeutet, dich während der Arbeit nicht selbst zu verlieren und hilft dir dabei, gesünder zu bleiben und mehr zu schaffen.
Mutmachend ist: kleine Änderungen reichen oft aus, um den Tag besser zu gestalten, Überlastung früher zu erkennen und Stress im Arbeitsalltag zu reduzieren.
Wenn du mehr für deine Selbstfürsorge im Arbeitsalltag tun möchtest oder als Führungskraft in deinem Unternehmen die Gesundheit deiner Meitarbeitenden stärken willst, nimm gerne Kontakt zu mir auf, um zu besprechen, wie das aussehen kann.
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